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15.11.07 20:08 Alter: 11 yrs
Kategorie: Homepage
Von: Klaus Höhn

New York, New York

272 Minuten Gänsehaut beim ersten NYC-Marathon von Klaus


 

Man muss schon eine besondere Liebe zum Laufsport haben, um morgens gegen

4.45 Uhr nach etwas nervöser Nacht aufzustehen, schnell zu frühstücken um ja den Bus um 5.45 nicht zu verpassen. Denn dies ist die einzige Möglichkeit, den Start eines der spektakulärsten Laufevents unserer Zeit zu erreichen. Am 4.11.07 geht also die Reise von unserem Holiday Inn, Manhattan nach Staaten Island. Dort direkt vor der Verazzano Bridge ist Aufstellung der ca. 38.000 Läufer für den

 

ING New York City Marathon.

 

Nach zwei windigen nasskalten Tagen scheint heute gottlob die Sonne. Die Temperaturen liegen bei ca. 10°C und bei über 2 Stunden Wartezeit auf den Startschuss erlebt man ein gewisses Campingflair mit internationaler Beteiligung. Noch nie habe ich so viele Runner aus verschiedenen Ländern der Erde auf einem Fleck gesehen und gehört. Pünktlich um 10 Uhr erfolgt der Startschuss. Beim Lauf über die 4 km lange und 200 m hohe Brücke bemerkt man ein rhythmisches Schwingen der Fahrbahn. Zum ersten Mal erlebe ich diese nicht witterungsbedingte Gänsehaut. ?Welcome to Brooklyn? lese ich auf großen Schildern ab KM-4. Größtenteils kerzengerade aber mit kleinen Wellen geht es durch den Stadtteil. An jeder Kreuzung Livemusik und lautstarke Zuschauer in 2 er Reihen - Unglaublich!! (Immer noch Gänsehaut)

 

Nach Brooklyn folgt Queens, das Stadtbild ändert sich, wir sind im jüdischen Viertel. Es ist leise geworden. Still und skeptischen Blickes beobachten uns die Bewohner in ihren jüdischen Gewändern (die Gänsehaut bleibt).

 

Nach 15 Meilen kommt als nächste Brücke der Übergang nach Manhattan. Die ?Queensboro Bridge? Von hier hat man dieses unglaubliche Fotomotiv von Mid- und Downtown mit seinen unzähligen Wolkenkratzern.

Ich kleines ?Taunuslandei? in der großen weiten Welt ?natürlich mit Gänsehaut!

 

Ab Meile 16 habe ich Manhattan erreicht. Aus 2 er sind nun 4 und 5 er Reihen Zuschauer geworden. Enthusiastisch feuern sie uns auf der schnurgeraden First Avenue an. 4 Meilen geht es durch die Upper East Side Richtung Bronx. (die Haare an meinen Armen entspannen sich einfach nicht mehr!)

 

Zwischen 20. und 21. Meile liegt zwischen der Wills Avenue Bridge und der Madison Avenue Bridge der kurze Abstecher in die Bronx. Ich bin froh, dass dies die letzten Brücken sind. Irgendwie werden die Anstiege gefühlsmäßig steiler. Hardrock aus sich überschlagenden Lautsprechern begleitet uns.

 

Meile 23: Rechter Hand beginnt der Central Park. Die erste Müdigkeit in den Beinen wird spürbar. Doch keine Chance - Adrenalin und Endorphin überwiegen, ich weiß das Ziel in greifbarer Nähe. Die Zuschauer von der zurückliegenden Strecke müssen sich alle hier verabredet haben. Der Park scheint hoffnungslos überfüllt zu sein. Die Lautstärke erinnert mich an das Waldstadion bei einem Tor der Eintracht.Irgendwo hier wollte auch meine geliebte Frau stehen. Aber wo? Ein Mitläufer deutet auf Häuser und berichtet mir von den Wohnungen von Jackie Kennedy und John Lennon (die Gänsehaut hört einfach nicht mehr auf!).

 

Meile 25: Der Park hat es in sich. Kurze giftige Anstiege prägen die letzten 2 Meilen. Dann der letzte Schwenk Richtung Ziel. Ein unglaubliches Gefühl im Kopf, im Bauch; es kribbelt und ein wenig Flüssigkeit sammelt sich in den Augen. Einfach unbeschreiblich das Überlaufen der Ziellinie.

 

Kurze Zeit später eine herzliche Umarmung, Gratulation durch eine junge New Yorkerin, die mir die Medaille umhängt. Ganz langsam entspannt sich mein Körper mit den Härchen, die mir 272 Minuten permanente Gänsehaut gebracht haben.

 

Zum Schluss noch ein herzliches Dankeschön an meine Sponsoren sowie den Lauftreff des TV Seulberg, insbesondere an Heike und die Long Runner vom Samstag, welche mich in meiner Vorbereitungszeit unterstützt haben.

 

Ich würde mich freuen, dieser Bericht hätte bei einigen die Lust auf mehr geweckt. Für mich steht auf jeden Fall fest:

 

Auch 2008 wird es wieder einen Marathon geben!

 


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