< Friedrichsdorfer Stadtlauf 2005
13.09.05 08:10 Alter: 13 yrs
Von: Jens Kopp, Friedhelm Meinders, Hans-Paul Wohlfahrt

Wochenendausflug des Abendlauftreffs

"Rhein in Flammen"


Bilder: Gabriele Karpenstein

Am Freitag den 9.9.2005 traf sich eine Gruppe von Läufern des Abendlauftreffs zum traditionellen Wochendausflug, der dieses Jahr von Martina und Mike nach Spay am Rhein organisiert wurde.

Nachdem alle ihr Zimmer bezogen hatten, ging es per Schiff flussabwärts bis nach Koblenz. Schon während der Fahrt stellte Mike die Ortskenntnis über seine Heimatstadt mit Beschreibungen der zahlreichen Burgen und mit Anekdoten aus seiner Kindheit unter Beweis. In Koblenz angekommen konnten wir uns den Gang zum deutschen Eck und die Besichtigung des Kaiser-Wilhem-Denkmals natürlich nicht entgehen lassen. Von hier aus hat man einen hervorragenden Ausblick auf den Zusammenfluss von Mosel und Rhein, sowie auf die am anderen Rheinufer gelegene Festung Ehrenbreitstein. Der weitere Weg führte uns durch die Altstadt. Höhepunkte waren hier sicherlich der Historienbrunnen, der Zerstörung der Stadt durch Feuerbrünste und ihren Wiederaufbau darstellt, sowie der Schängelbrunnen, mit dem sich die Bevölkerung ihr eigenes Denkmal gesetzt hat - gebürtige Koblenzer nennen sich ?Schängel?. Dieser Brunnen wartet übrigens mit einer Überraschung auf seine Besucher, die hier allerdings nicht verraten wird. Zum Abschluss des Rundgangs füllten wir unsere knurrenden Mägen in der Trattoria ?Da Raffaelle? mit köstlichen Speisen und allerlei kühlen Getränken. Für Einige war dies wohl noch nicht genug, denn nach der Rückkehr ins Hotel traf sich der harte Kern zum Schlummertrunk im hoteleigenen Gartenlokal ? bei sommerlichen Temperaturen eine gute Gelegenheit, eine erste Kostprobe der lokalen Weine zu genießen.

Den Startpunkt für den Samstag setzte ein leckeres Frühstück - angesichts der geplanten Wanderung war eine gute Grundlage bei allen willkommen. Jedenfalls waren wir so guter Dinge, dass die vorgesehene Fahrt mit der Sesselbahn Boppard zum Aussichtspunkt ?Vierseenblick? kurzerhand durch eine Kletterpartie ersetzt wurde. Schon während des Aufstiegs boten sich uns zahlreiche interessante Ausblicke auf das Rheintal, die gekrönt wurden durch den Aussichtspunkt, an dem sich die Hänge des Rheintals so überlagern, dass der Fluss das Bild von vier kleinen Seen ergibt. Weiter führte uns der Jakobsbergweg durch Wälder und Weinberge zurück in Richtung Spay, vorbei an allerlei goldgelben und blauroten Trauben, bis hinter einer Weggabelung die Überraschung des Tages auf uns wartete. Mike hatte seine Schwester und ihren Gatten eingespannt, die aus den von Martina vorbereiteten Köstlichkeiten eine herzhafte Rast vorbereitet hatten. Verbunden mit einer kleinen Weinprobe konnten wir unseren Appetit stillen, bei herrlichem Sonnenschein und traumhaftem Blick auf das unter uns liegende Rheintal. Ich denke spätestens jetzt wissen wir, warum es am Rhein so schön ist. Nach dieser ausgedehnten Rast fiel der Rückweg zum Hotel gar nicht mehr so schwer, galt es doch, für das Abendprogramm neue Kräfte zu sammeln.

Etwa zwei Stunden Pause mussten nach der Wanderung zur Regeneration ausreichen, dann ging es mit der Bahn von Spay nach Oberwesel zur ?Nacht der tausend Feuer / Rhein in Flammen?. Gestärkt nach einem zünftigen Abendessen in der ?Historischen Weinwirtschaft? mischten wir uns gegen 21:00 Uhr unter den ans Rheinufer strebenden Menschenstrom.

Auf dem Fluss hatten sich schon die mit farbigen Lichterketten geschmückten Rheinschiffe zu beiden Seiten in dichten Reihen formiert und bildeten eine vielfarbige Kulisse. Nach einigen Böllerschüssen und zum Glück recht kurzen Ansprachen von Bürgermeister und Oberweseler Weinhexe begann das Spektakel nach dem Abschalten der Uferbeleuchtung mit dem Anstrahlen der historischen Uferbebauung. Dies sozusagen als Ouvertüre zu dem dann einsetzenden ?musiksynchronen Pyro-Musical?, einem gewaltigen, eindrucksvollen, musikuntermalten Feuerwerk über dem Fluss. Weder der einsetzende leichte Regen, noch die wenigen wie Pilze aufgehenden Regenschirme konnten dem halbstündigen Spektakel die Schau stehlen.

Der Regen war mittlerweile so stark geworden, dass die Gruppe beschloss, nach den Schlussakkorden direkt nach Spay zurückzukehren und einen letzten trockenen  Riesling als Gutenacht-Trunk in der trockenen Gaststube unseres Hotels einzunehmen und so den erlebnisreichen Tag ausklingen zu lassen.

Am Sonntagmorgen hat ein Schaufelraddampfer uns Läufer des TV Seulberg von Spay bzw. Rhens auf die andere Rheinseite nach Braubach gebracht. Es soll der letzte Dampfer dieser Art sein, der auf dem größten Fluss Deutschlands verkehrt.
Bilder des grandiosen Ereignisses - Rhein in Flammen - das wir Seulberger in Oberwesel miterlebt haben, sind an diesem Morgen bei allen noch gegenwärtig und werden deshalb in höchsten Tönen gelobt.
Von Braubach aus haben wir über schöne Waldwege und Treppen die Marksburg erreicht und besichtigt. Die Marksburg, die nach dem Evangelisten Markus benannt ist, ist eine der stolzesten Burgen am Rhein. Diese achthundertjährige Burganlage wurde nie zerstört und ist über die gesamte Zeit bewohnt.
Unser Führer hat bei der Darstellung der faszinierenden, aber auch furchtbaren Zeit der Ritter äußerst lebendig einen kleinen Einblick über diesen Teil des Mittelalters vermittelt. Mit Interesse haben wir festgestellt, dass viele Ausdrücke, die uns Deutsche alle geläufig sind, aus dieser Zeit stammen. Dazu folgende Beispiele:

a) Ich fühle mich wie gerädert
b) Die Scharte auswetzen
c) Er hat ein Brett vor dem Kopf

Das sehr anspruchsvolle, interessante und aufwendige Läufertreffen des Jahres 2005, des TV Seulbergs, endete auf dem Volksfest in Rhens bei Erbsensuppe, Kaffee und Kuchen.

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